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Buchkunde - Zweckentfremdung

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Pergamentmak.flicken



Zweckentfremdung

 

 

Das teure Pergament wurde mit dem Siegeszug des Papiers im 14. Jahrhundert nicht mehr im Buchdruck verwendet; mittelalterliche Gebrauchshandschriften wurden aber nicht weggeworfen, sondern fanden als wertvolles Material auch weiterhin Verwendung, vor allem in der Buchherstellung und Pflege.

Pergamentmak.bindung

 

 

 

So wurden Handschriftenfragmente als Flicken und, gelegentlich gestopft mit Nadel und Faden, als Einbandspiegel benutzt. Auch zum Einhängen des Buchblocks in einen Einband waren den Buchbindern die beschriebenen Pergamentfragmente wegen ihrer Haltbarkeit und Geschmeidigkeit willkommen und wurden zuweilen in Zahlung genommen.

Nachdem der Notendruck die großen, handgemalten Chorbücher überflüssig gemacht hatte, wurden diese nicht selten als schöne Bucheinbände geschätzt.

Neben Pergamentresten wurden weiterhin auch die Blätter gedruckter Bücher gelegentlich benutzt, um Bucheinbände  und -rücken von innen zu verstärken.

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Mittelalterliches Chorbuchblatt, im 17. Jahrhundert zweckentfremdet als Einband der Handschrift von Friederich Martens' Hispanische Reise-Beschreibung De Anno 1671. Der Einband aus Pergament, versehen mit Buchmalereien und Blattgoldauflage, war von innen verstärkt worden durch alte Seiten aus einem gedruckten Buch von 1554.


Felicitas Noeske


Aus der Bibliothek: Pergamentmakulatur