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Scrinia selecta - Martens: Hispanische Reise Beschreibung De Anno 1671

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Martens: Hispanische Reise Beschreibung De Anno 1671
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Friederich Martens:

Hispanische Reise Beschreibung De Anno 1671

 

Der Schiffsbarbier Friederich Martens (genaue Lebensdaten unbekannt) schrieb 1671 seine Reise nach Grönland und Spitzbergen auf, versehen mit nach der Natur gefertigten Federzeichnungen, darunter auch solche von Walen und Seehunden, seinerzeit ungeheuerlichen Geschöpfen. Die Schrift wurde umgehend gedruckt und bestimmte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts für die Gelehrten und Forscher das Bild der Arktis. 

Martens verfasste auch eine „Hispanische Reise Beschreibung De Anno 1671“, ebenfalls versehen mit Zeichnungen von Meer, Landsilhouetten, Flora und Fauna. Die „Allgemeine Deutsche Biographie“ kennt diese Schrift nicht. Das erstaunt nicht insofern, als das Manuskript von 1671 erst 1925 ein erstes und einziges Mal – in einer geringen Auflage und in einer ins aktuelle Deutsch übertragenen Fassung – gedruckt wurde, und zwar von Wilhelm Junk, Verleger in Berlin, Insektenkenner und Antiquar Ernst Jüngers; Junk starb 1942 im Exil und die Handschrift, wurde, ebenso wie der broschierte Druck von 1925, wiederum vergessen.

martenshispan.reise.seesturmEingebunden in das reich mit Blattgold und Malereien verzierte mittelalterliche Foliofragment einer Chorhandschrift auf Pergament, gehört die Handschrift zum Bestand der Gymnasialbibliothek des Christianeums, der sie durch den Gelehrten Johann Peter Kohl (1668-1778) im Rahmen seiner Schenkung, dem Donum Kohlianum, 1768 übereignet worden war. Das originale, in barocker Sprache verfasste Manuskript hat – außer seinem Autor Martens, dem Vorbesitzer, der ihr vermutlich den wertvollen Einband verpasste, den Bibliothekaren der Anstalt und 1925 Wilhelm Junk nebst einem mit ihm arbeitenden Professor Reh vom Hamburger Zoologischen Museum – bislang wohl kaum jemand gelesen.

Felicitas Noeske